Beschreibung der Ausgangssituation:

Immer mehr „Graphische Benutzer Oberflächen“ nutzen HTTP als Anwendungsprotokoll und die einzelnen Webseiten besitzen oftmals einen komplexen Content. Dafür benötigen diese Seiten diverse http-Requests bevor sie sich dem Benutzer komplett darstellen.

Die Analyse der Benutzersicht wird daher aus den folgenden Gründen immer wichtiger:

        • Benutzer fühlen sich besser verstanden, wenn Support-Hotlines ihre Fehler messbar nachvollziehen können
        • Das Fehlerbild(Ladezeiten) zeigt sich oftmals am deutlichsten beim Benutzer
        • Die Fehlersituation von sporadischen Fehlern kann für den Benutzer nachvollziehbar bestimmt werden
        • Die Tätigkeiten von einzelnen Fachabteilungen können besser koordiniert werden.
        • Fehler sind auf Basis reiner Benutzeraussagen häufig nicht einfach zu lokalisieren
        • Google bewertet seit einiger Zeit auch die End User Ladezeiten von Webseiten beim Ranking

Analysemöglichkeiten der Benutzersicht

Am Markt sind zurzeit einige kostenpflichtige Tools erhältlich, welche neben einem Browser Plugin mit Exportfunktion auch eine detaillierte offline Analyse ermöglichen.

Weiterhin bieten einige namhafte Hersteller von Monitoringlösungen die Möglichkeit eines End User Experience Monitoring via JavaScript. Beim Laden der überwachten Webseiten wird dieses Skript mit der entsprechenden Seite heruntergeladen und auf dem client ausgeführt. Die so gewonnen Messdaten werden dann vom Browser an einen Logginghost gesendet und dort zentral ausgewertet. So lassen sich sehr schnell und effizient die Performance und die Verfügbarkeit der jeweiligen Seiten überwachen

Seitdem die größte Internet-Suchmaschine auch die Ladezeiten von Webseiten ins Ranking mit einbezieht besitzen alle gängigen Browser in den aktuellen Versionen unter dem Punkt Entwicklerwerkzeuge ebenfalls die Möglichkeit Antwortzeiten grafisch darzustellen.

Jedoch kann diese Analyse bei meisten Browser nicht exportiert oder importiert werden.

Dieses kann mit Hilfe von zwei Tools umgangen werden.

Für den Export und die Aufzeichnung steht das Freeware Firefox-Plugin Firebug mit der Erweiterung NetExport zur Verfügung. So lassen sich die gewonnen Daten als HAR-Archiv exportieren und stehen zur weiteren Analyse zur Verfügung.

Firebug mit NetExport

Firebug mit NetExport

Die Entwicklerwerkzeuge des Browsers Google Chrome unterstützen ebenfalls den HAR Export. Eine Liste welche Tools das HAR-Format unterstützen kann unter der folgenden  URL eingesehen werden: http://www.softwareishard.com/blog/har-adopters/

Eines der populärsten Tools ist der  HarViewer. Hierbei handelt es sich um ein Web basiertes Tool welche das HAR Format parsed und grafisch darstellt. Die Darstellung ähnelt sehr stark der Darstellung im Firebug. Dies ist keine allzu große Überraschung, da beide Tools von Jan Odvarko entwickelt worden sind. Oftmals gibt es jedoch gute Gründe warum Daten nicht auf einer fremden Webseite analysiert werden können.

Hierfür bietet sich eine lokale Installation an. Der Quellcode kann dafür unter der folgenden Adresse heruntergeladen werden: https://github.com/janodvarko/harviewer

Im Anschluss lässt sich dieser Code auf einem eigenen Webserver mit PHP ausführen.

Alternativ kann im Google Chrome Webstore auch die Google Chrome App „HTTP Archive Viewer App“  für den Google Google Chrome Browser bezogen werden.

HARViewer

Offlineanalyse mit dem HARViewer

Der HARViewer unterstützt ebenfalls das JSON file Format

Konvertierung von PCAP in HAR:

Diese grafische Darstellung lässt sich mit einigen Einschränkungen auch auf PCAP Files mit HTTP Paketen anwenden. Hierfür kann das in Python geschriebene CLI-Tool pcap2har genutzt werden. Anschließend können die so gewonnen HAR-Archive wieder mit dem HarViewer betrachtet werden. Alternativ zu diesem Vorgehen lassen sich auf der Webseite https://pcapperf.appspot.com/ PCAP-Files auch direkt in ein HAR-Archiv konvertieren anschließend können die so gewonnen Statistiken dort betrachten werden. Diese Seite nutzt ebenfalls die zuvor beschriebenen Tools HarViewer und  pcap2har.

Lösung: Portabler Client Datenkollektor zur Analyseunterstützung

Wie gezeigt wurde, existieren verscheiden Möglichkeiten die End User Wahrnehmung zu messen. Eine der günstigsten und einfachsten ist es sicherlich einen Firefox Portable mit einem aktivierten und spezifisch parametrisierten Firebug / NetExport plugin zu konfigurieren. Anschließend kann dieses Toolpaket in ein ZIP-File gepackt und an den entsprechenden End User, bei dem gemessen werden soll, gesendet werden.

Der End User muss den Firefox Portable im Anschluß lediglich wieder „zippen“ und an den Analysten zurücksenden.